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Adullam

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

עדלם adullām. Οδολλαμ

Belege AT

Gen 38,1(gent.); Gen 38,12(gent); Gen 38,20(gent.); Jos 10,3(LXX); Jos 10,5(LXX); Jos 10,23(LXX); Jos 10,34(LXX); Jos 10,37(LXX); Jos 12,15; Jos 15,35; 1Sam 22,1; 2Sam 23,13; Mi 1,15; Neh 11,30; 1Chr 11,15; 2Chr 11,7

Belege aus altorientalischen Dokumenten

Belege aus nachalttestamentlicher Zeit

Ὀδολλαμ (2Makk 12,38; Josephus, antiquitates 8,246; Prokopios von Gaza, In Iosue X: MignePG 87, 1020)
Αδο(υ)λαμ (Josephus, antiquitates 6,247)
Αδολαμ (Eusebius, Onomastikon 24,21f: Notley, R. Steven / Safrai, Ze’ev 2005a, 27, Nr. 77)

Beschreibung

Adullam gibt in Gen 38 die Herkunft des Mannes an, der als Vertrauter Judas gilt. Entsprechend ist jeweils das Gentilizium ‘adullāmî „aus Adullam, der Adullamiter“ gebraucht. Da die Erzählung in einem Gebiet am Übergang vom judäischen Bergland zur Schefela spielt, könnte Adullam in dieser Region gesucht werden. Die Listen des Josuabuchs zählen Adullam zur judäischen Schefela (Schefela, Juda) und führen den Ort zwischen Libna (Tell Ǧudēde? 1415.1156) und Makkeda (Ḫirbet el-Kōm 1465.1045; Jos 12,15–16) bzw. zwischen Jarmut (Ḫirbet Yarmuk 1478.1241) und Socho (Ḫirbet ‘Abbād 1476.1211; Socho, Schefela) auf (Jos 15,35). Ähnliches gilt von Listen judäischer Orte in chronistisch geprägten alttestamentlichen Büchern (Neh 11,30; 2Chr 11,7–8). Wie 2Chr 11,7–8 nennt auch Mi 1 − eine Klage über den Verlust von Orten der Schefela − Adullam in Zusammenhang mit Marescha (Tell Sandaḥanna 1404.1112). Adullam sollte relativ weit im Osten der Schefela liegen, wo diese durch teilweise tief eingeschnittene Täler geprägt ist, da Überlieferungen zu Davids Frühzeit eine Höhle von Adullam kennen, in der sich David vor den Nachstellungen Sauls verbirgt (1Sam 22,1; 2Sam 23,13; 1Chr 11,15). Die weitgehend akzeptierte Lokalisierung des Orts auf Ḫirbet eš-Šēḫ Madkūr entspricht den alttestamentlichen Angaben zur Lage Adullams, da der Platz ca. 5 km südöstlich von Socho und damit erkennbar östlich der Linie liegt, auf der sich, von Süden nach Norden, Marescha, Libna, Socho und Jarmut reihen. Oberflächenfunde auf Ḫirbet eš-Šēḫ Madkūr weisen auf eine Besiedlung in der Eisenzeit II. Unterstützt wird die Gleichsetzung mit Adullam durch die Ḫirbet eš-Šēḫ Madkūr benachbarte Ruinenstätte Ḫirbet ‘Īd el-Mā’ (1504.1180), wo sich die alttestamentliche Namensform ansatzweise erhalten hat. Ein eigenes Problem bildet die LXX zu Jos 10, die hier Eglon, den Namen einer der fünf von Josua besiegten Königsstädte im südlichen Palästina, mit Adullam (Οδολλαμ) wiedergibt. Offensichtlich war Eglon in hellenistisch-römischer Zeit nicht mehr bekannt. Zumindest geographisch ist der Wechsel von Eglon zu Adullam gerechtfertigt, da alle fünf Königsstädte von Jos 10 (Jerusalem, Hebron, Jarmut, Lachisch, Eglon) entweder im judäischen Bergland oder in der Schefela liegen. Literarisch mag die Übersetzungspraxis der LXX in Jos 10 durch das Nebeneinander von Adullam und Jarmut (Jos 15,35) bzw. Adullam und Lachisch (Neh 11,30) veranlasst gewesen sein. Möglicherweise sollte auch neben Hebron ein weiterer Ort, der in der Davidgeschichte eine Rolle spielt, statt des unbekannten Eglon in die Überlieferung von Jos 10 eingeführt werden.

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • BHH 1 (1962), 28–29 (Bach, Robert, Art. Adullam)
  • NBL 1 (1991), 35 (Görg, Manfred, Art. Adullam)
  • ABD 1 (1992), 81 (Hamilton, Jeffries M., Art. Adullam)
  • WiBiLex 2008 (Ederer, Matthias, Art. Adullam)
  • EBR 1 (2009), 446–447 (Briend, Jacques, Art. Adullam)

 

Literatur

Thomsen, Peter 1907a , 15 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 239 ;  Simons, Jan 1959a , 146 § 318 ;  Keel, Othmar / Küchler, Max 1982a , 846−848 ;  Kellermann, Mechthild u.a. 1985aSchmitt, Götz 1987aWeippert, Helga 1988a , Register ;  Schmitt, Götz 1990aKellermann, Diether u.a. 1992aJericke, Detlef / Schmitt, Götz 1992aTsafrir, Yoram u.a. 1994a , 197 ;  Schmitt, Götz 1995a , 267 ;  Jericke, Detlef 2013a , 230f ;  Dozeman, Thomas B. 2015a , 489 ;