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Hogla

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Hoglah

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

חָגְלָ֥ה  ḥåglāh. Εγλα. Egla

Belege AT

Num 26,33 (PN); Num 27,1 (PN); Num 36,11 (PN); Jos 17,3 (PN)

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

ḥgl[h] (Nr.45.66); []glh (Nr.47) (Samaria-Ostraka Nr. 45.47.66: Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 87.101–102.106; Aḥituv, Shmuel 2008a, 298–300)
 

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Beschreibung

 
Schreibweise und Etymologie

Die Schreibweise des Namens im MT bleibt mit ḥåglāh in allen Belegen gleich. Die LXX transkribiert den Namen mit Εγλα.
Der Name Hogla wird als „Rebhuhn“ gedeutet (vgl. Lloyd, George 1886a, 272; Borèe, Wilhelm 1966a, 77; Gesenius18, 322).

Alttestamentliche Belege

Im Alten Testament ist Hogla in den genealogischen Listen zum Stamm Manasse (Num 26,29-34; Jos 17,2-3) sowie in den Erzählungen zu den Töchtern Zelofhads (Num 27,1-11) belegt. Die fünf Töchter Zelofhads erstreiten sich das Recht, den Anteil ihres Vaters am Verheißungsland zu erben (Jos 17,4), da ihr Vater ohne männlichen Erben stirbt (Num 27,3-4). Damit das Erbe nicht in den Besitz eines anderen Stammes gelangt, müssen die Töchter Männer aus dem Stamm Manasse, dem Stamm ihres Vaters heiraten (Num 36,6-7). Hogla ist dabei zumeist als die dritte Tochter Zelofhads zwischen Noa und Milka genannt (Num 26,33; Num 27,1; Jos 17,3). In Num 36,11 findet sich Hogla im MT wiederum an dritter Stelle, wird jedoch nach Tirza genannt, das an der Stelle von Noa steht. In allen Belegen erscheint Hogla zudem als Enkelin Hefers, sowie als Nachkomme Gileads, Machirs und Manasses.

Außerbiblische Belege

Außerbiblisch ist Hogla in den Samaria-Ostraka belegt (vgl. Niemann, Hermann Michael 2008a, 256). Auf diesen in Samaria (Samaria, Ort) gefundenen Ostraka sind Lieferungen aus der Umgebung an die Hauptstadt des Nordreichs dokumentiert. Sie stammen aus der frühen Regierungszeit Jerobeams II. (787–747 v. Chr.) (Aharoni, Yohanan 1984a, 371–385; Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 79–86; Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a; Finkelstein, Israel 2021a). Auch wenn sich die Schreibung des Namens in den Ostraka nur fragmentarisch erhalten hat, entspricht diese offensichtlich der biblischen Schreibweise (Lemaire, André 1977a, 35f.38; Richelle, Matthieu 2022a, 390f).

Lokalisierung

Da Hogla – wie ein Großteil der in Jos 17,2-3 und Num 26,30-33 genannten Namen – auch in den Samaria-Ostraka belegt ist, ist es wahrscheinlich, dass es sich um ein Toponym handelt, das in den Listen zu einem Personennamen umgewandelt wurde. Wahrscheinlich handelt es sich um den Namen eines administrativen Distrikts (vgl. Gray, John 1967a, 155; Rösel, Hartmut N. 2011a, 278; Gaß, Erasmus 2019a, 192). Außerdem ist davon auszugehen, dass die Lage des aus dem alttestamentlichen Personennamen erschlossenen Toponyms mit dem Distrikt aus den Ostraka identisch ist.
Der Versuch, Hogla aufgrund der Platzierung in den alttestamentlichen Listen zwischen Tirza bzw. Noa und Milka zu lokalisieren, scheitert u.a. daran, dass die Lage von Milka nicht bekannt ist. Darüber hinaus ist unklar, ob die Listen einer topographischen Logik folgen. Aus den biblischen Belegen lassen sich daher keine Hinweise auf die Lage von Hogla entnehmen.
In den Samaria-Ostraka  Nr. 45 und Nr. 47 wird jṣt (= Yāṣīd; Dussaud, René 1926a, 12; Zertal, Adam 2004a, 77) als Ort genannt, aus dem die Lieferungen aus dem Distrikt Hogla stammen. Der Distrikt Hogla ist daher im Umfeld des Ortes jṣt/Yāṣīd ca. 8–10 km nordöstlich von Samaria (Samaria, Ort) zwischen Samaria und Tirza zu suchen (Aharoni, Yohanan 1986a, 383; Kellermann, Diether u.a. 1992a; Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 87).
Mitunter wurde Hogla als Ortsname verstanden. Die dabei genannten Identifikationsvorschläge sind jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht zutreffend. Butler identifiziert Holga mit Yāṣīd (Butler, Trent C. 2014a, 140). Allerdings unterscheiden die Ostraka zwischen dem Distrikt Hogla und dem in diesem Distrikt gelegenen Ort jṣt. Dussaud identifiziert Hogla mit Ḫirbet Haǧǧa, da sich der Name vermeintlich am Ort erhalten hat, wobei l von g assimiliert worden wäre (Dussaud, René 1926a, 11.13). Allerdings liegt Ḫirbet Haǧǧa ca. 10 km südwestlich von Samaria (Samaria, Ort) und damit weit entfernt von Yāṣīd als dem Platz, der sich nach dem Zeugnis der Samaria-Ostraka im Distrikt Hogla befindet.
 

 

Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2026; letzte Änderung: 2026-07-05 16:32:35

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 3 (1992), 237 (Taylor, Marion N., Art. Hoglah [Person])
  • WiBiLex 2011 (Bechmann, Ulrike, Art. Zelofhad)
  • EBR 12 (2016), 736-737 (Olson, Dennis T., Art. Hoglah)

 

Literatur

Dussaud, René 1926a , 11.13 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 96 ;  Stamm, Johann Jakob 1967a , 330 ;  Lemaire, André 1977a , 63.65 ;  Aharoni, Yohanan 1984a , 375-377 ;  Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 408 ;  Na’aman, Nadav 1986a , 159 ;  Kallai, Zecharia 1986a , 56 ;  Gesenius18 , 322 ;  Kellermann, Diether u.a. 1992aFritz, Volkmar 1994a , 174 ;  Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a , 87 ;  Levine, Baruch A. 2000a , 322 ;  Elitzur, Yoel 2004a , 39-40 ;  Niemann, Hermann Michael 2008a , 256-257 ;  Aḥituv, Shmuel 2008a , 261 ;  Rösel, Hartmut N. 2011a , 278 ;  Butler, Trent C. 2014a , 140 ;  Jericke, Detlef 2020a , 216 ;  Van der Meer, Michaël 2020a , 521 ;  Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a , 151 ;  Finkelstein, Israel 2021a , 166-167 ;  Richelle, Matthieu 2022a , 384 ;