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Helek

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Ḥelek, Heleq

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

חֵ֗לֶק ḥelæq (Num 26,30; Jos 17,2); לִקְחִ֖י liqḥî; (1Chr 7,19). Χελεκ, Κελεζ , Λακεειμ. Elech, Elec, Leci
 

Belege AT

Num 26,30 (PN); Jos 17,2 (PN); 1Chr 7,19 (PN)?

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

ḥlq (Samaria-Ostraka Nr. 22–27: Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 96f; Aḥituv, Shmuel 2008a, 281–286)

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Beschreibung

Schreibweise und Etymologie

Die Schreibweise des Namens im MT ist in Num 26,30 und Jos 17,2 mit ḥelæq identisch. In 1Chr 7,19 findet sich hingegen die Form liqḥî. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine korrupte Lesart von ḥelæq, wobei das von der ersten an die letzte Stelle gerückt ist (Noth, Martin 1966b, 249; Knoppers, Gary 2004a, 456). In der LXX wird der Name in verschiedenen Varianten transkribiert.
Der Name Helek stellt wahrscheinlich eine Kurzform des Namens Hilkija (ḥilqiyāhû) dar (Noth, Martin 1966b, 163; Avigad, Nahman 1986a, 56).  Er wird allgemein von ḥælæq („Teil, Anteil, Besitz“) abgeleitet und als Nominalsatz verstanden: „Mein Anteil ist Jhwh“ (Van der Meer, Michaël 2020a, 519).

Alttestamentliche Belege

Der Name Helek ist nur in genealogischen Listen zum Stamm Manasse belegt (Num 26,30; Jos 17,2; 1Chr 7,19). Dabei wird er unterschiedlich in der Genealogie verankert: in Num 26,30 ist Helek einer der Söhne Gileads, sowie ein Enkel Machirs und Urenkel Manasses; in Jos 17,2 erscheint Helek als Sohn Manasses, in 1Chr 7,19 hingegen als Sohn Schemidas.
In den Listen Num 26,29-34 und Jos 17,2-3 wird Helek zusammen mit anderen Namen genannt, die in den Samaria-Ostraka belegt sind (u.a. Schemida, Asriël, Abiëser [Abiëser, manassitisch], Sichem). Daher ist es wahrscheinlich, dass es sich bei Helek um ein Toponym handelt, das zu einem Personennamen umgewandelt wurde. Vermutlich handelt es sich um den Namen eines adiministrativen Distrikts (Gray, John 1967a, 155; Rösel, Hartmut N. 2011a, 278; Gaß, Erasmus 2019a, 192). Weiterführende Hinweise zur Lage des Distrikts lassen sich aus den alttestamentlichen Belegen allerdings nicht gewinnen.

Außerbiblische Belege

Außerbiblisch ist Helek in den Ostraka aus Samaria (Samaria, Ort) belegt (vgl. Van der Meer, Michaël 2020a, 519). Auf diesen sind Lieferungen aus der Umgebung an die Hauptstadt des Nordreichs dokumentiert. Sie stammen aus der frühen Regierungszeit Jerobeams II. (787–747 v. Chr.) (Aharoni, Yohanan 1984a, 371–385; Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 79–86; Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2020a; Finkelstein, Israel 2021a). In den Ostraka Nr. 22–26 wird dabei als Ort, aus dem die Lieferung stammt stets Ḥazeroth (ḥzrt) angegeben. Somit muss Ḥazeroth im Gebiet des Distrikts Helek liegen. Der Ort wird mit ʿAsīre eš-Šemālīye (1753.1839) ca. 8 km ostsüdöstlich von Samaria (Samaria, Ort) gleichgesetzt (Zertal, Adam 2007a, 527f). Daher wird der Distrikt Helek zumeist auch östlich bzw. südöstlich von Samaria vermutet (Aharoni, Yohanan 1984a, 383; Kellermann, Diether u.a. 1992a; Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a).

Lokalisierung

Es ist wahrscheinlich, dass der aus dem alttestamentlichen Personennamen erschlossene Distrikt mit demjenigen aus den Samaria-Ostraka identisch ist. Da im Alten Testament jedoch keine weiteren Hinweise zur Lage von Helek zu finden sind, bleibt die Gleichsetzung unsicher.
Selten wurde Helek als Ortsname verstanden und mit der ca. 7 km östlich von Samaria (Samaria, Ort) gelegenen Ḫirbet Nīb identifiziert (s. dazu Zertal, Adam 2007a, 77). Jedoch lassen sich weder im Alten Testament noch in den Ostraka Hinweise finden, dass es sich bei Helek um einen Ort handelt. Darum ist diese Identifikation abzulehnen.
 

 

Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2025; letzte Änderung: 2026-01-30 10:22:58

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 3 (1992), 118 (Weis, Richard D., Art. Helek (Person))
  • EBR 11 (2015), 736-737 (Olson, Dennis T., Art. Helek)

 

Literatur

Dussaud, René 1926a , 13 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 95 ;  Noth, Martin 1966b , 163-164 ;  Gray, John 1967a , 155 ;  Aharoni, Yohanan 1984a , 382 ;  Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 410 ;  Kallai, Zecharia 1986a , 55 ;  Avigad, Nahman 1986a , 56.73.96 ;  Kellermann, Diether u.a. 1992aFritz, Volkmar 1994a , 174 ;  Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a , 86-97 ;  Bar, Shay / Zertal, Adam 2007a , 77 ;  Niemann, Hermann Michael 2008a , 256 ;  Aḥituv, Shmuel 2008a , 261.281-286 ;  Pitkänen, Pekka M.A. 2010a , 304 ;  Rösel, Hartmut N. 2011a , 278 ;  Butler, Trent C. 2014a , 143 ;  Moster, David 2017a , 53-55 ;  Gaß, Erasmus 2019a , 192 ;  Van der Meer, Michaël 2020a , 519 ;  Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a , 3 ;  Finkelstein, Israel 2021a , 165 ;  Richelle, Matthieu 2022a , 384.388.396 ;