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Weitere Namen
Lokalisierungsvorschläge
Namensformen AT
שְׁמִידָע. šemîdāʿ. Συμαερ (Num 26,32), Συμαρ(ε)ιμ (Jos 17,2), Σεμειρα (1Chr 7,19). Semida
Belege AT
Num 26,32 (PN); Jos 17,2 (PN); 1Chr 7,19 (PN)
Belege NT
ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)
šmjdʿ (Samaria-Ostraka Nr. 3.29–40.49.57.62.63.90: Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 90.97–100.102.104.109; Aḥituv, Shmuel 2008a, 266.288–294.309)
Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit
Beschreibung
Schreibweise und Etymologie
Die Schreibweise des Namens bleibt im MT mit šemîdāʿ in allen Belegen gleich. In der LXX gibt es hingegen einige Varianten in der Transkription und Vokalisation. Auffällig ist dabei, dass die LXX Dalet stets als Resch wiedergibt, wenn dieses nicht ausgefallen ist. Daher wurde teilweise angenommen, dass sich die hebräische Schreibweise des Namens in der hellenistischen Zeit von Dalet zu Resch gewandelt hat ( Van der Meer, Michaël 2020a, 520). Die Schreibweise des Namens in den Samaria-Ostraka (s.o.) zeigt jedoch eindeutig, dass im MT die ursprüngliche Schreibweise des Namens erhalten ist. Die abweichende Schreibweise des LXX geht wahrscheinlich auf eine Fehllesung zurück.
Der Name stellt wahrscheinlich einen Verbalsatz aus dem Nomen šm und der Wurzel jdʿ („erkennen, kümmern, annehmen“) dar (Noth, Martin 1966b, 20). Bei šm könnte es sich dabei entweder um den Namen einer Person bzw. Gottheit (Noth, Martin 1966b, 123f) oder um das Nomen šem („Name“) handeln, wobei es sich um eine Anspielung auf Jhwh handeln würde (vgl. ABD 5, 1202). Der Ortsname ist daher entweder als „šm/der Name hat erkannt“ oder als „šm/der Name hat sich gekümmert“ zu deuten (vgl. Gesenius18, 1377).
Alttestamentliche Belege
Im Alten Testament ist Schemida lediglich in genealogischen Listen zum Stamm Manasse belegt (Num 26,32; Jos 17,2; 1Chr 7,19). Dabei wird der Name in den Stammbäumen unterschiedlich verankert: In Num 26,32 ist Schemida einer der Söhne Gileads, sowie Enkel Machirs und Urenkel Manasses; in Jos 17,2 ist er einer der Söhne Manasses. In den Listen Num 26,29-34 und Jos 17,2-3 wird Schemida zusammen mit anderen Namen genannt, die – wie Schemida auch – in den Ostraka aus Samaria (Samaria, Ort) Orts- oder Landschaftsnamen belegt sind (u.a. Helek, Asriël, Abiëser [Abiëser, manassitisch], Sichem). Daher ist es wahrscheinlich, dass es sich bei Schemida um ein Toponym handelt, das zu einem Personennamen umgewandelt wurde. Vermutlich handelt es sich um den Namen eines adiministrativen Distrikts (Gray, John 1967a, 155; Rösel, Hartmut N. 2011a, 278; Gaß, Erasmus 2019a, 192). Weiterführende Hinweise zur Lage des Distrikts lassen sich aus der Bibel allerdings nicht gewinnen.
In 1Chr 7,19 wird Schemida wiederum als Nachkomme Manasses genannt, wobei die genaue Verankerung im Stammbaum unklar bleibt. Dabei werden mit Achjan, Sichem, Likhi (= Helek) und Aniam auch vier Söhne Schemidas genannt. Auffällig ist dabei, dass mit Sichem und Helek zwei Namen genannt werden, die in den anderen Listen als Brüder Schemidas vorgestellt werden. Bei Achjam („brüderlich“) und Aniam („ich bin ein Verwandter“) handelt es sich – ausweislich der Bedeutung der Namen – wahrscheinlich um literarisch gebildete Namen. Vermutlich ist 1Chr 7,19 als literarische Konstruktion anzusehen. Auch wenn man voraussetzt, dass die in dem Vers genannten Namen ursprünglich Toponyme waren, ist zweifelhaft, ob Helek und Sichem im Gebiet von Schemida gedacht sind, da etwa die Samaria-Ostraka Helek als eigenen Distrikt ausweisen (s.u.).
Außerbiblische Belege
Außerbiblisch ist Schemida in den Ostraka aus Samaria (Samaria, Ort) belegt (vgl. Niemann, Hermann Michael 2008a, 256). Auf diesen sind Lieferungen aus der Umgebung an die Hauptstadt des Nordreichs dokumentiert. Die Texte stammen aus der frühen Regierungszeit Jerobeams II. (787–747 v. Chr.) (Aharoni, Yohanan 1984a, 371–385; Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 79–86; Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a; Finkelstein, Israel 2021a). In den 19 Belegen des Namens ist nur in Ostrakon Nr. 29 ein Ort erhalten aus dem die Sendung stammt. Dort wird der Ort spr/Sepher genannt. Er wird mit Saffārīn (1607.1854) ca. 9 km westlich von Samaria (Samaria, Ort) gleichgesetzt (vgl. Lemaire, André 1977a, 57f).
Lokalisierung
Wahrscheinlich ist der aus dem alttestamentlichen Personennamen erschlossene Distrikt Schemida mit dem gleichnamigen Distrikt aus den Samaria-Ostraka identisch. Allerdings fehlen in den alttestamentlichen Belegen Ortsnamen, die mit Schemida verknüpft und sicher zu identifizieren sind. Daher bleibt die Gleichsetzung etwas unsicher.
Der Distrikt Schemida wird aufgrund der Lage von Sepher in der Regel westlich von Samaria im Bergland vor der Scharonebene (Scharon) verortet (Abel, Félix-Marie 1938a, 96; Kellermann, Diether u.a. 1992; Richelle, Matthieu 2022a, 384). Da diese Identifikation jedoch allein auf der Lage von Sepher beruht, bleibt die Identifikation unsicher. Auch der Umfang des Distrikts lässt sich nicht sicher bestimmen.
Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2025; letzte Änderung: 2026-02-02 10:40:35
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Lexikonartikel
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ABD
5 (1992), 1202 (Graham, M. Patrick, Art. Shemida)
Literatur
Lloyd, John 1886a , 272 ;
Dussaud, René 1926a , 14 ;
Abel, Félix-Marie 1938a , 96 ;
Noth, Martin 1966b , 20.249 ;
Gray, John 1967a , 155 ;
Lemaire, André 1977a , 30.33-36.38.57-58.61 ;
Aharoni, Yohanan 1984a , 374-376.383 ;
Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 411 ;
Na’aman, Nadav 1986a , 159 ;
Gesenius18 , 1377 ;
Kartveit, Magnar 1989a , 102 ;
Kellermann, Diether u.a. 1992a ;
Fritz, Volkmar 1994a , 174 ;
Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a , 86-87.89-90.97-100.102.104.109 ;
Nelson, Richard D. 1997a , 201 ;
Knoppers, Gary N. 2004a , 456 ;
Niemann, Hermann Michael 2008a , 256 ;
Aḥituv, Shmuel 2008a , 266.276-277.288-294.309 ;
Pitkänen, Pekka M.A. 2010a , 304 ;
Rösel, Hartmut N. 2011a , 278 ;
Gaß, Erasmus 2019a , 192 ;
Van der Meer, Michaël 2020a , 520 ;
Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a , 151 ;
Finkelstein, Israel 2021a , 165-167 ;
Richelle, Matthieu 2022a , 377.384-385.388-392.394.396-398 ;
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